„Kleinste Kantine der Welt“: US-Investment für Salzburger Food-Start-up.

Damit seine Kinder eine warme Mahlzeit bekommen, auch wenn die Eltern einmal nicht da sind, kochte Roman Blaschke abends Gulasch oder Suppe vor. Das Essen füllte er portionsweise in Gläser ab. Die Idee kam nicht nur bei den Kindern gut an. Bald traten auch die Eltern von Mitschülern an den Salzburger heran, mit der Bitte, die Gläser doch kaufen zu können.

Das geht mittlerweile: Der gelernte Koch hat seinen Cateringservice „Ess-Klasse“ aufgegeben und setzt gemeinsam mit Co-Gründer Wolfgang Meixner ganz auf sein neues Unternehmen Paulina B. „Wir machen hochwertiges Essen im Glas, ohne Blödsinn“, sagt der Geschäftsführer. Sprich: viele heimische Produkte, aber keine Konservierungsstoffe oder Stabilisatoren. Auch sterilisiert wird das Essen nicht. Trotzdem ist es ein Jahr lang ungekühlt haltbar.

„Wir machen Essen im Glas, ohne Blödsinn.“

Roman Blaschke

Wie er es schafft, dass Chili con Carne, geschmorte Rindsrouladen, Hühnchencurry oder Kaiserschmarren nicht verderben, verrät er nicht. Eineinhalb Jahre lang hat er daran getüftelt. Das Verfahren hat er patentieren lassen und gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Meixner die Firma gegründet. Produziert wird in Salzburg.

Nun sind die beiden auf Expansionskurs und haben dazu amerikanische Geldgeber ins Haus geholt: Ein Private Equity Fonds unter der Leitung des Auslandsösterreichers Stephan Gietl beteiligt sich für einen „hohen sechsstelligen Betrag“ mit 39,99 Prozent am Unternehmen. Die genaue Summe will Blaschke nicht nennen. Durch die Geldspritze sei die Erstrundenfinanzierung abgeschlossen. Jetzt konzentriert man sich auf Wachstum im deutschsprachigen Raum. „Wir wollen heuer 500.000 Gläser verkaufen“, sagt Blaschke.

Im Sortiment finden sich derzeit 50 Produkte. Der Kunde muss das Essen nur noch erwärmen. Die Gläser werden im eigenen Onlineshop verkauft. Mehrere Automatenbetreiber – Dallmayr, Cafe+Co, Wagner oder Selecta – haben die Gläser bereits in ihr Sortiment aufgenommen. Zudem stellt Blaschke immer öfter seine eigens entwickelten, mit den Schraubgläsern gefüllten Automaten auf. Die Lösung sei gerade für kleinere Unternehmen ohne eigene Verpflegung interessant. „Wir betreiben die kleinste Kantine der Welt“, scherzt Blaschke. Für Firmenkunden gibt es weitere Angebote. Jeder Mitarbeiter kann sich sein Essen nach Wunsch zusammenstellen, einmal in der Woche wird geliefert. Künftig soll es auch eine eigene Schiene für Gastronomie und Appartements geben. „Ein Hotel garni oder ein Bistro hat meist keine eigene Küche, kann mit unseren Produkten aber trotzdem warme Mahlzeiten aus frischen Zutaten anbieten.“